Alles Gute!

„Alles Gute" wünschen wir zum Geburtstag, zur Hochzeit, zum Firmenjubiläum - und natürlich auch zum Jahreswechsel. In diesem Sinne wünsche auch ich Ihnen: Alles Gute für das Jahr 2025!

Die Wörter „alles" und „Gute" stehen auch im biblischen Leitwort für 2025, der Jahreslosung:

Prüft alles und behaltet das Gute! (1Thessalonicher 5,21)

Prüfen sollen wir. Woran denken Sie, wenn Sie das Wort Prüfung hören? An Prüfungen in der Schule, vielleicht hatten Sie Prüfungsangst? An die Fahrschulprüfung, die nicht jeder beim ersten Mal besteht? An den TÜV, der die Straßentauglichkeit unserer Fahrzeuge regelmäßig prüft? An die regelmäßige Überprüfung von Brücken, damit sie nicht plötzlich einstürzen?

Die Jahreslosung gibt uns einen Prüfauftrag: Nicht wir werden geprüft, sondern wir sollen prüfen. Dazu hat der Apostel Paulus immer wieder aufgefordert. Den Christen in Rom schreibt er: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene." (Röm 12,2). Für die Christen in Philippi betet er: „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi… (Phil 1,9-10). Die Christen in Ephesus fordert er auf: „Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist…" (Eph 5,10).

Der Prüfauftrag im ersten Brief an die Christen in Thessaloniki, der wohl der älteste Brief von Paulus in der Bibel ist, bezieht sich konkret auf die Wirkungen des Heiligen Geistes (ich zitiere aus der römisch-katholischen Einheitsübersetzung, in deren Wortlaut die Jahreslosung auf den meisten Karten und Kalendern stehen wird): „Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute!" (1Thess 5,19-21)

Der Umgang mit charismatischen Phänomenen ist in der Kirchengeschichte ein konfliktbeladenes Thema. Die Hochschätzung der prophetischen Rede wird in der Bibel von der Warnung vor falschen Propheten begleitet. Eine Frau äußerte in einem Kreis unserer Gemeinde den Eindruck, dass bei uns sehr wenig vom Heiligen Geist die Rede ist, weniger als von Gott und von Jesus. Wir glauben an einen dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Vielleicht regt uns die Jahreslosung dazu an, neu darüber nachzudenken, was das heißt?

„Prüft alles und behaltet das Gute!" Wir müssen prüfen, weil nicht alles gut ist. Wir können alles prüfen, weil nichts von vornherein schlecht ist. Was für eine wunderbare Freiheit der Kinder Gottes! Und nach welchen Kriterien prüfen wir? Was ist das Gute, das wir behalten sollen? Ich denke an das Qualitätssiegel, das Gott seiner Schöpfung gegeben hat: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (1Mose 1,31) Ich denke an die Botschaft des Propheten Micha, die wir im gemeinsamen Gottesdienst mit unseren Schwestergemeinden im Oktober 2024 in Hartenstein bedacht haben: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." (Micha 6,8). Und nicht zuletzt gibt uns die Jahreslosung 2024, in der es ja auch schon um alles ging, einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1Kor 16,14) Was nicht in Liebe geschieht, ist nicht gut.

Im Sinne der Jahreslosung wünsche ich auch unserer Gemeinde: Alles Gute im neuen Jahr! Prüft alles und behaltet das Gute!

Ihr/euer Pfarrer Jörg Hänel

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